Jeder Baumart werden von Alters her bestimmte Eigenschaften zugeschrieben:


Die Eiche gilt als Symbol für Langlebigkeit, Standhaftigkeit, Ausdauer, Macht und Stärke, Beständigkeit und geduldiges Reifen. Eichenholz soll Tugend bewahren und Wahrheit ans Licht holen, sowie helfen, neue Energie aufzubauen.

Die Buche steht für Lebensmut, Toleranz und Mitgefühl, für klaren Geist und klare Gedanken.

Der Ahorn hat eine Ausstrahlung für Kühle und Beruhigung, Ruhe und Gelassenheit. Es wird ihm eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben und er beruhigt hitziges Gemüt. Ahorn gilt als heiteres, fröhliches Holz.  Früher wurde dem Holz eine besondere Schutzfunktion beigemessen. Keile aus Ahornholz in den Türschwellen hielt  Hexen und Blitzschläge vom Haus fern.

Die Birke schenkt dem Menschen Inspiration und öffnet die Seele für das Fühlen und Erleben von Glück. Verhärtungen in Seele und Körper werden gelöst. Lebensfreude kehrt zurück.

Die Esche steht für die Stärkung der mystischen Kraft im Menschen und trägt zur Stärkung seines Willens bei.
In der Edda-Sage ist die Esche der kosmische Weltenbaum “Yggdrasil”, der dem Gott Odin geweiht war.
Der Baum belebt und regt die Phantasie an, mindert Verbitterung und Entäuschung. Der Name der Esche ist auf das Germanische zurückzuführen: „Ask“ bedeutet so viel wie Speer oder Bogen. Namen wie Bogenbaum, Geissbaum oder Wundbaum deuten auf die zahlreichen Verwendungen dieses Baumes hin. 
Man sagt dem Eschenholz Unheil abwehrende Kräfte nach. So soll ihr Saft vor dem Schlangenbiss schützen, und ihr Holz - in die Kleidung eingenäht - blutende Wunden stillen. Auch die Fischer versprachen sich einen speziellen Zauber. Bootselemente aus Eschenholz sollten die Insassen vor dem Ertrinken bewahren.

 

Faszination des Holzes

Ein kleines Stück Balken aus Eichenholz in der Hand zu halten , seine Schwere zu spüren und zu wissen, dass dieses Holz aus einem Fachwerkhaus stammt, welches vor 370 Jahren erbaut wurde, birgt eine Faszination in sich die unbeschreiblich ist. Die Gedanken schweifen zurück, suchen den Anfang des Lebens dieses Baumes zu erahnen. 150 Jahre mag er gewachsen sein bis er die Mächtigkeit zur Herstellung dieses Balkens erreicht hatte. 500 Jahre Zeitgeschichte liegen in meiner Hand. In Europa die Zeit der Renaissance, der Reformation und der Erfindung und Weiterentwicklung des Buchdrucks. Das Mittelalter ging zu Ende. Die Zeit Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, William Shakespeare, Christoph Columbus- nur einige aus dieser Zeit.

Allein schon aus der Zuordnung verschiedener Eigenschaften zu den unterschiedlichen Baumarten mag ersichtlich sein, wie nah unsere Altvorderen die Faszination und die Verbundenheit mit Bäumen war. Über Generationen hinweg wurden Eigenschaften, Bedeutung, Brauchbarkeit  und Verwendung der Bäume erforscht und weitergegeben.  

 

Ein Holzklötzle - Ausgangspunkt für eine Holzbearbeitung wie wir sie verstehen und begreifen